Tagessatz oder Festpreis? Wann welches Modell besser passt
Die Frage kommt bei jedem Auftrag: Festpreis oder auf Stundenbasis? Beide Modelle haben Vor- und Nachteile — und die richtige Wahl hängt davon ab, wie gut Sie den Aufwand einschätzen können. Wer hier falsch wählt, verliert entweder Geld (Festpreis bei unklarem Umfang) oder den Auftrag (Stundenbasis bei preissensiblen Kunden).
wann welches Modell
| Kriterium | Tagessatz / Stundenbasis | Festpreis |
|---|---|---|
| Umfang klar definiert? | Nein — Umfang unklar oder änderbar | Ja — klares Leistungsverzeichnis |
| Untergrund / Bestand bekannt? | Nein — Überraschungen möglich | Ja — Zustand dokumentiert |
| Kundentyp | Vertrauensvoll, will Qualität | Preisbewusst, will Sicherheit |
| Ihr Risiko | Niedrig | Hoch |
| Kundenrisiko | Hoch | Niedrig |
| Typische Aufträge | Sanierung, Altbau, Reparaturen | Neubau, Serienfertigung, Wiederholungsaufträge |
typische Tagessätze 2026
Aktuelle Tagessätze für Handwerker in Deutschland (8-Stunden-Tag, inkl. Anfahrt):
- Maler / Trockenbauer: €320 - €450
- Elektriker: €380 - €520
- Sanitär / Heizung: €400 - €550
- Fliesenleger: €350 - €480
- Maurer / Betonbauer: €380 - €500
der Mittelweg: Festpreis mit Risikostufen
In der Praxis wollen die meisten Kunden einen Festpreis. Aber Sie können nicht alles gleich sicher kalkulieren. Die Lösung: kalkulieren Sie auf Festpreisbasis, aber bewerten Sie jede Position nach Risiko. Sichere Positionen bekommen keinen Aufschlag. Positionen mit hohem Risiko bekommen einen angemessenen Puffer. So erhalten Sie einen Festpreis, der Ihre Marge schützt.
Und wenn eine Position wirklich nicht als Festpreis kalkulierbar ist — zum Beispiel Rückbau im Altbau — bieten Sie diese eine Position auf Stundenbasis an. Der Rest bleibt Festpreis. Das ist fair für beide Seiten.