Preiskalkulation für Handwerker: Schritt für Schritt

Viele Handwerker kalkulieren auf Basis von Erfahrungswerten und Bauchgefühl. Das funktioniert — bis es nicht mehr funktioniert. Ein Auftrag läuft schlecht, die Materialpreise steigen, ein Mitarbeiter fällt aus. Plötzlich fehlt die Marge. Eine saubere Preiskalkulation schützt Sie vor genau diesen Situationen.

Diese Seite zeigt, wie Sie Ihre Preise 2026 strukturiert kalkulieren.

die drei Bausteine der Kalkulation

┌─ Preiskalkulation Struktur ────────────────────────────────────────┐
BausteinWas gehört reinTypischer AnteilHinweise
LohnkostenBruttolohn, Sozialabgaben, Urlaub, Krankheit40 - 55 %Verrechnungssatz ≠ Bruttolohn — Faktor 1,7 bis 2,0
MaterialBaustoffe, Verbrauchsmaterial, Werkzeugverschleiß25 - 40 %Einkaufspreise + 10-15 % Aufschlag für Handling
Gemeinkosten & GewinnFahrzeug, Versicherung, Büro, Gewinn15 - 25 %Wird oft vergessen — dann fehlt am Jahresende die Marge

häufige Fehler bei der Kalkulation

  • Lohnkosten zu niedrig angesetzt. Ein Geselle kostet den Betrieb nicht €18/h Brutto, sondern €32-€38/h mit allen Nebenkosten. Viele Betriebe rechnen mit dem Bruttolohn — und wundern sich, warum am Jahresende nichts übrig bleibt.
  • Gemeinkosten vergessen. Fahrzeugkosten, Werkzeug, Versicherung, Buchhaltung, Handy, Fortbildung — das summiert sich auf €500-€1.500 pro Mitarbeiter pro Monat. Diese Kosten müssen auf die Aufträge umgelegt werden.
  • Kein Gewinnaufschlag. Viele Handwerker kalkulieren kostendeckend und vergessen den Gewinn. 8-12 % Gewinnaufschlag sind branchenüblich — und nötig für Investitionen und Rücklagen.
  • Anfahrt nicht eingerechnet. 30 Minuten Anfahrt pro Tag sind bei 250 Arbeitstagen 125 Stunden im Jahr. Das sind gut drei Arbeitswochen — die irgendwo in der Kalkulation auftauchen müssen.

vom Verrechnungssatz zum Angebotspreis

Ihr Verrechnungssatz ist die Basis. Multiplizieren Sie ihn mit den geschätzten Stunden pro Position, addieren Sie Material und Gemeinkosten. Dann bewerten Sie jede Position nach Risiko — Sicher, Niedrig, Mittel, Hoch. Positionen mit hohem Risiko brauchen mehr Puffer als sichere Positionen. Das Ergebnis ist ein Angebot, das Ihre Kosten deckt und Ihre Marge schützt.

Keine Daumen-mal-Pi-Rechnung. Kein pauschaler Aufschlag. Sondern eine Kalkulation, die Sie dem Kunden erklären können.